Palimpalim, es haustauscht weiter

Die kleine Familie stand vor der Tür. Meine Dänen waren vom Flughafen mit dem Bus zu uns gekommen und mit allem beladen, was man für einen 5-tägigen Aufenthalt  braucht…Kinderwagen, MaxiCosi, Rucksäcke, Gitarre und vor allem eine unendliche Ladung an Gelassenheit! Wow, waren sie entspannt. Weiterlesen

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Unendliche Stille …

P1050058…zwischen den mächtigen Windböen, die das Stapfen durch kniehohen Schnee müßig machen. Aber der Schnee ist leicht, pudrig, die klirrende Kälte hat auch ihr Gutes. Dazu gelegentlich einige Sonnenstrahlen, die sich durch die schnell ziehenden Wolken durchmogeln und die weite Schneefläche in eine Glitzerwelt wandeln. Wow, was für ein Bild. Mittendrin das „Belvédère“, eine Installation von Gérard Starck. 1997 schuf der Künstler auf einer Anhöhe in dem 600 m hoch gelegenen Ort Le Hohwald in den Vogesen unübersehbar seine zwecklose Konstruktion.

Eigentlich kein Tag, keine Jahreszeit, um die Route d’Art contemporain abzufahren und sich auf schneebedeckten Passstraßen durch die Vogesen zu bewegen. Oder gerade doch. Weiterlesen

It feels like Singlebörse

Wer noch nie über eine Kontaktplattform im Internet oder auf andere Art und Weise in den Genuß eines Blinddates gekommen ist, kann auch Haustausch machen, um zu wissen, wie es sich anfühlt….

Mit Nanna aus Kopenhagen  hatte ich mittlerweile freundlichen Email-Kontakt, wir wußten wie wir aussahen, hatten Fotos von unseren Wohnungen und fühlten uns irgendwie freundschaftlich verbunden. Kannten uns aber nicht wirklich. Eine Sympathie auf Grund von Emails, in die man viel oder wenig rein projizieren kann… Die Übergabe unserer Wohnungsschlüssel sollte bei uns erfolgen, die kleine Familie kam nachmittags an, wir wollten einen Kaffee bei uns trinken und dann sollte ich mit unserem Gepäck loszotteln… Ich war ganz schön aufgeregt und leider auch ziemlich erschöpft. Denn der Weg bis dorthin war mal wieder ein langer… Weiterlesen

Gut geputzt ist halb geswapt oder Hausmittel gegen Pubertätsgehabe

„…We are sure to exchange with you…you can reserve your plane without hesitation…“

Yapp. Endlich. Wunderbar. Das war es, was ich hören/lesen wollte, worauf ich gewartet hatte. Noch ein, zwei Mails (die erstaunlich schnell hin und hergingen) und alles war geklärt. Wir würden uns leider nicht persönlich sehen. Die Schlüsselübergaben und Wohnungseinweisungen würden durch andere erfolgen müssen, da sowohl die Franzosen als auch wir lieber per Auto als per Flugzeug kommen wollten und wir sonst zuviel Zeitverzögerung hätten.

Ab diesem Moment freute ich mich einfach nur noch auf unseren Sommerurlaub in Südfrankreich, auf ein Haus mit Pool und Meerblick, auf gutes Essen, schönes Wetter und Zikadengezirpe. Unserem Profil auf der Homeexchange-Plattform fügte ich mit heimlicher Siegerfaust unterm Schreibtisch den kleinen Hinweis  „Easter and summer 2014 already arranged“ bei und fühlte mich, als hätte ich ein Projekt erfolgreich zu Ende gebracht. Weiterlesen

Absprachen

Die Sache mit Nanna aus Kopenhagen lief sich an wie ein perfekter Einstieg ins Haustauschen. Als erstes wechselten wir für die weitere Kommunikation die Plattform und tauschten unsere privaten Email-Adressen aus. So flink und zuverlässig, wie ich generell auf Mails reagiere, antwortete auch sie. Wir klärten den genauen Zeitraum und versicherten uns gegenseitig, dass wir  ein Agreement haben und definitiv miteinander tauschen würden…mein Lieblingssatz im Haustausch-Thema wurde “ yes, you can rely on us…“. Weiterlesen

Grün zu blau

20141020_175750(1)Die Bezeichnung „Blaues Wunder“ ist vollkommen übertrieben. Dachte ich.

Mein Hotel in Dresden liegt in dem wunderschönen Stadtteil Blasewitz, fußläufig zehn Minuten entfernt von eben dieser Attraktion. Enttäuschung macht sich breit, als ich in der Hotelmappe lese: das Blaue Wunder ist eine Brücke.

Ich hatte vorher keine Assoziationen, allerdings die Erwartung an etwas -für mich- Spektakuläreres als eine Brücke.

Ich mache mich auf den Weg und erhoffe mir die Brücke in einem kräftigen Blau:  Azurblau, Königsblau, Kobaltblau, Türkiesblau –  irgendeine intensive Farbe, in der Dresdens bekannteste Elbbrücke alles überstrahlt! Auch das hat das Blaue Wunder nicht zu bieten – die „Nur-eine-„Brücke ist nicht mal mal wirklich blau. Weiterlesen

Die Wand

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Wer in Paris nicht durch     Montmartre läuft, fährt in NY wahrscheinlich nicht aufs Empire State Building, stellt sich in Barcelona nicht an, um die unfertige Sagrada Familia zu besichtigen und meidet den Flohmarkt am Mauerpark in Berlin.

Derjenige geht in der Tat den Touristenmassen aus dem Weg und vergeudet keine unnütze Zeit wartend vor Einlasstüren. Geld, Eintrittsgeld, spart er auch. Aber: hat man die Fähigkeit und Geduld, sich die unglaublich vielen Leute wegzudenken, die alle das gleiche sehen wollen wie man selbst, erliegt man überall dem Zauber dieser Orte, der sie ursprünglich mal zu den Touristenmagneten gemacht haben, die sie nun sind. Weiterlesen

Laotse

Wer nicht genügend vertraut, wird kein Vertrauen finden. (Laotse)

Gestern fuhr ich mit dem Zug von Dresden nach Berlin. In meinem Abteil saßen noch ein junger Mann und eine noch jüngere Frau. Sympathische Leute. Wir kannten uns alle nicht, aber die Zeit verflog wie im Flug, weil wir interessante Gespräche führten. Über steigende Immobilienpreise, Urlaubsziele und Hotelpreise kam es dazu, dass ich von unseren positiven Haustauscherfahrungen erzählte. Beide hörten mir sehr interessiert, aber auch etwas ungläubig zu. Für beide war es ein komisches Gefühl, zwischen persönlichen Sachen fremder Menschen zu sein und umgekehrt. Beide waren ängstlich, dass ihnen jemand etwas klaut oder zerstört. Weiterlesen

Sei flexibel

Wir verbrachten den Jahreswechsel mit Freunden in Österreich. Sportlich, feucht-fröhlich, gesellig – fuhren eine Woche Ski in Flachau. Mieteten ganz traditionell eine Ferienwohnung, ohne Stress, ohne großen Aufwand, aber für viel Geld.

Wieder zu Hause ging ich das Projekt Haustausch nun erneut mit vollem Elan an. Allerdings auch leicht ernüchtert, denn ich musste feststellen: so, wie ich mir das vorgestellt hatte, funktionierte es nicht. Objekte mit Pool in Barcelona und auch Andalusien hatte ich zu einem großen Teil abgegrast und nur Absagen bekommen. Ich kam zu folgenden Erkenntnissen:  Weiterlesen

Triple Louise

20140917_101812  Ein Dänischer Ehrenmann, Alexander Brun,  war nicht nur Offizier und Meister der königlichen Jagd, er brachte den Dänen außerdem die Imkerei und die Kultivierung von Obstbäumen nahe. Das Beste aber, das er dem Kopenhagener Umland hinterließ, war sein 1855 erbautes, hübsches Herrenhaus mit Anwesen.

Dort wohnte er mit seiner Liebsten. Und mit der zweiten und auch der dritten Liebsten.

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