It feels like Singlebörse

Wer noch nie über eine Kontaktplattform im Internet oder auf andere Art und Weise in den Genuß eines Blinddates gekommen ist, kann auch Haustausch machen, um zu wissen, wie es sich anfühlt….

Mit Nanna aus Kopenhagen  hatte ich mittlerweile freundlichen Email-Kontakt, wir wußten wie wir aussahen, hatten Fotos von unseren Wohnungen und fühlten uns irgendwie freundschaftlich verbunden. Kannten uns aber nicht wirklich. Eine Sympathie auf Grund von Emails, in die man viel oder wenig rein projizieren kann… Die Übergabe unserer Wohnungsschlüssel sollte bei uns erfolgen, die kleine Familie kam nachmittags an, wir wollten einen Kaffee bei uns trinken und dann sollte ich mit unserem Gepäck loszotteln… Ich war ganz schön aufgeregt und leider auch ziemlich erschöpft. Denn der Weg bis dorthin war mal wieder ein langer… Weiterlesen

Gut geputzt ist halb geswapt oder Hausmittel gegen Pubertätsgehabe

„…We are sure to exchange with you…you can reserve your plane without hesitation…“

Yapp. Endlich. Wunderbar. Das war es, was ich hören/lesen wollte, worauf ich gewartet hatte. Noch ein, zwei Mails (die erstaunlich schnell hin und hergingen) und alles war geklärt. Wir würden uns leider nicht persönlich sehen. Die Schlüsselübergaben und Wohnungseinweisungen würden durch andere erfolgen müssen, da sowohl die Franzosen als auch wir lieber per Auto als per Flugzeug kommen wollten und wir sonst zuviel Zeitverzögerung hätten.

Ab diesem Moment freute ich mich einfach nur noch auf unseren Sommerurlaub in Südfrankreich, auf ein Haus mit Pool und Meerblick, auf gutes Essen, schönes Wetter und Zikadengezirpe. Unserem Profil auf der Homeexchange-Plattform fügte ich mit heimlicher Siegerfaust unterm Schreibtisch den kleinen Hinweis  „Easter and summer 2014 already arranged“ bei und fühlte mich, als hätte ich ein Projekt erfolgreich zu Ende gebracht. Weiterlesen

Ein Hoch auf alle Technikaffinen

Es vergingen mehrere Tage, bis sich Lison aus Südfrankreich rührte. Alles ok, alles schön. Sie, professionelle Orchestermusikerin, erwies sich als pas du tous technique affin…ihre Emails checkte sie nur alle paar Tage, oft sei sie auf Reisen, da dauere es dann noch länger….

Ich hatte beim Haustausch-Prozess bereits gelernt, dass man geduldig sein muss. Nun lernte ich eine neue Lektion: Weiterlesen

Absprachen

Die Sache mit Nanna aus Kopenhagen lief sich an wie ein perfekter Einstieg ins Haustauschen. Als erstes wechselten wir für die weitere Kommunikation die Plattform und tauschten unsere privaten Email-Adressen aus. So flink und zuverlässig, wie ich generell auf Mails reagiere, antwortete auch sie. Wir klärten den genauen Zeitraum und versicherten uns gegenseitig, dass wir  ein Agreement haben und definitiv miteinander tauschen würden…mein Lieblingssatz im Haustausch-Thema wurde “ yes, you can rely on us…“. Weiterlesen

Laotse

Wer nicht genügend vertraut, wird kein Vertrauen finden. (Laotse)

Gestern fuhr ich mit dem Zug von Dresden nach Berlin. In meinem Abteil saßen noch ein junger Mann und eine noch jüngere Frau. Sympathische Leute. Wir kannten uns alle nicht, aber die Zeit verflog wie im Flug, weil wir interessante Gespräche führten. Über steigende Immobilienpreise, Urlaubsziele und Hotelpreise kam es dazu, dass ich von unseren positiven Haustauscherfahrungen erzählte. Beide hörten mir sehr interessiert, aber auch etwas ungläubig zu. Für beide war es ein komisches Gefühl, zwischen persönlichen Sachen fremder Menschen zu sein und umgekehrt. Beide waren ängstlich, dass ihnen jemand etwas klaut oder zerstört. Weiterlesen

Sei flexibel

Wir verbrachten den Jahreswechsel mit Freunden in Österreich. Sportlich, feucht-fröhlich, gesellig – fuhren eine Woche Ski in Flachau. Mieteten ganz traditionell eine Ferienwohnung, ohne Stress, ohne großen Aufwand, aber für viel Geld.

Wieder zu Hause ging ich das Projekt Haustausch nun erneut mit vollem Elan an. Allerdings auch leicht ernüchtert, denn ich musste feststellen: so, wie ich mir das vorgestellt hatte, funktionierte es nicht. Objekte mit Pool in Barcelona und auch Andalusien hatte ich zu einem großen Teil abgegrast und nur Absagen bekommen. Ich kam zu folgenden Erkenntnissen:  Weiterlesen

Zum Jahreswechsel

ein bißchen Statistik.

Marinas Techniker bekamen das Problem in den Griff, ich erhielt von ihr eine zweimonatige Verlängerung meiner Mitgliedschaft als Entschädigung für den Ausfall der vollen Nutzungsfähigkeit. Der Kundenservice funktionierte super…

Los ging es wieder, ich fegte eine nach der anderen Anfrage raus. Mir wurde schnell bewusst, dass man die Kriterien abwägen und anpassen muss, wenn man erfolgreich tauschen will. Der Radius wurde ausgeweitet, auch Andalusien ist ja sehr schön, oder Mallorca. Der geplante Zeitraum war ein nicht zu änderndes Kriterium und „Hauptsache Pool“ war die Devise meiner Family. Weiterlesen

Mit Listen arbeiten

In den nächsten beiden Tagen erhielt ich eine weitere Absage. Diesmal wurde ein kurzer aber freundlicher Satz dazu geschrieben, die erste Absage hatte mich schon etwas pikiert: Da mach ich mir die Mühe und formuliere ein nettes, freundliches Gesuch und dann wird lediglich ein Button gedrückt. Die dritte meiner ersten Anfragen wurde gar nicht beantwortet, ob aus dem Datenstau vielleicht ein Datenverlust wurde? Weiterlesen

Hallo Jurk

ich bin neu hier und habe einige Probleme …

Auf der Homepage der Plattform wurde mir Jurk als deutscher Ansprechpartner angezeigt. Kurz beschrieb ich ihm mein Problem, dass meine Anfragen nicht beim Empfänger ankamen.

Nach der prompten reply-Mail, man würde sich schnellstens bei mir melden, vergingen tatsächlich nur zwei Stunden. Kein Jurk, aber eine gebrochen deutsch sprechende Marina schrieb mir. Es hatte tatsächlich einen Datenstau gegeben! Very sorry.

Ich schwankte zwischen Verwunderung, genau diesen Zeitpunkt für meine ersten Anfragen gewählt zu haben und der Befürchtung, ob das ganze doch nur ein semi-professionelles Unterfangen war und ich den Mitgliedsbeitrag in ein instabiles System investiert hatte.

Aber nein, weg mit dem Misstrauen. Marina schrieb mir, der Schaden sei behoben und am Abend fand ich in meiner Mailbox die erste Antwort auf eine meiner Anfragen. Penthouse Barcelona mit Pool auf der Terrasse hatte den „No thank you“-Button gedrückt.

Der erste Kontakt

Nachdem ich euphorisch Barcelona und Umgebung durchforstet hatte, wies mein „Späer kontaktieren“-Ordner 23 Angebote als Ausbeute auf. 23 Häuser, in denen ich sofort Urlaub machen würde. 23 Familien oder Paare, die einen sympathischen Eindruck machten . 23 x ein Swimming Pool.

Nun ging es wieder ans Formulieren. Die erste Kontaktaufnahme sollte beim Haustauschpartner einen guten Eindruck hinterlassen. Nicht zuviel Text, aber auch kein 08/15-Dreizeiler. Sympathisch offen, interessiert, aber auch nicht zu privat.

Die ersten drei Anfragen, die ich dann auf den Weg brachte, waren die absoluten Highlights meiner Suche. Penthouse, Villa, Dachgeschoss mit Terrasse…  Abends setzte ich mich mit dem Laptop aufs Sofa, versammelte Kinder und Mann um mich und zeigte stolz meinen Einstieg in Homeexchange.  Alle waren begeistert, die Latte lag nun sehr hoch.

Kurz vor dem Schlafengehen poppte eine Nachricht aufs Handy, Homeexchange! Ich war gespannt. Keine Antwort auf eine meiner Anfragen, schade, aber eine neue Anfrage. Spanien. Haus mit Pool. Nordspanien, Pamplona. Hm…Der Zeitraum passte und die Familie sah ganz nett aus – aber die Wohnungseinrichtung entsprach so gar nicht unserem Geschmack und die Stierrennen, die auf dem Profil als touristisches Highlight angepriesen wurden, waren eher Grund, nicht dorthin zu fahren. …“thank you for your nice offer, unfortunately…..“

Die nächsten vierTage wartete ich auf Antworten, checkte immer wieder mal meine Inbox. Nichts. Merkwürdig. Ich schrieb einer französischen Freundin, die bereits einen erfolgreichen Tausch absolviert hatte, eine Test-Anfrage und bat sie per Mail, doch mal in ihr Homeexchange-Postfach zu schauen. Nichts. Nada.

Zeit, den ersten Kontakt zum Administrator aufzunehmen…