Palimpalim, es haustauscht weiter

Die kleine Familie stand vor der Tür. Meine Dänen waren vom Flughafen mit dem Bus zu uns gekommen und mit allem beladen, was man für einen 5-tägigen Aufenthalt  braucht…Kinderwagen, MaxiCosi, Rucksäcke, Gitarre und vor allem eine unendliche Ladung an Gelassenheit! Wow, waren sie entspannt. Weiterlesen

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It feels like Singlebörse

Wer noch nie über eine Kontaktplattform im Internet oder auf andere Art und Weise in den Genuß eines Blinddates gekommen ist, kann auch Haustausch machen, um zu wissen, wie es sich anfühlt….

Mit Nanna aus Kopenhagen  hatte ich mittlerweile freundlichen Email-Kontakt, wir wußten wie wir aussahen, hatten Fotos von unseren Wohnungen und fühlten uns irgendwie freundschaftlich verbunden. Kannten uns aber nicht wirklich. Eine Sympathie auf Grund von Emails, in die man viel oder wenig rein projizieren kann… Die Übergabe unserer Wohnungsschlüssel sollte bei uns erfolgen, die kleine Familie kam nachmittags an, wir wollten einen Kaffee bei uns trinken und dann sollte ich mit unserem Gepäck loszotteln… Ich war ganz schön aufgeregt und leider auch ziemlich erschöpft. Denn der Weg bis dorthin war mal wieder ein langer… Weiterlesen

Gut geputzt ist halb geswapt oder Hausmittel gegen Pubertätsgehabe

„…We are sure to exchange with you…you can reserve your plane without hesitation…“

Yapp. Endlich. Wunderbar. Das war es, was ich hören/lesen wollte, worauf ich gewartet hatte. Noch ein, zwei Mails (die erstaunlich schnell hin und hergingen) und alles war geklärt. Wir würden uns leider nicht persönlich sehen. Die Schlüsselübergaben und Wohnungseinweisungen würden durch andere erfolgen müssen, da sowohl die Franzosen als auch wir lieber per Auto als per Flugzeug kommen wollten und wir sonst zuviel Zeitverzögerung hätten.

Ab diesem Moment freute ich mich einfach nur noch auf unseren Sommerurlaub in Südfrankreich, auf ein Haus mit Pool und Meerblick, auf gutes Essen, schönes Wetter und Zikadengezirpe. Unserem Profil auf der Homeexchange-Plattform fügte ich mit heimlicher Siegerfaust unterm Schreibtisch den kleinen Hinweis  „Easter and summer 2014 already arranged“ bei und fühlte mich, als hätte ich ein Projekt erfolgreich zu Ende gebracht. Weiterlesen

Sunday, bloody Sunday

ballhausDas Ballhaus ist in Berlin-Spandau eine legendäre Institution. Generationen haben dort ihre Jugend gelebt. Donnerstag war Ballhaus-Tag.

Laut, verraucht, voll. Schüler des Bezirks aller Couleur versammelten sich dort und machten jede Woche Party. Unser Credo war:

Wir sind frei, ungezwungen, überschreiten Grenzen, uns steht die Welt offen, liegt uns zu Füßen, alles ist möglich, erlebbar. Auch wenn jeder für sich ist, unterschiedliche Ziele und Ansichten hat, sich in unterschiedlichen Kreisen bewegt, beim Feiern sind wir eine Gemeinschaft.

Der Freitag war dann entsprechend lau, in der Schule kämpfte man noch mit den tauben Ohren, der kratzigen Kehle vom Anschreien und Alkohol und dem wenigen Schlaf, den man die Nacht zuvor hatte.

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Ein Hoch auf alle Technikaffinen

Es vergingen mehrere Tage, bis sich Lison aus Südfrankreich rührte. Alles ok, alles schön. Sie, professionelle Orchestermusikerin, erwies sich als pas du tous technique affin…ihre Emails checkte sie nur alle paar Tage, oft sei sie auf Reisen, da dauere es dann noch länger….

Ich hatte beim Haustausch-Prozess bereits gelernt, dass man geduldig sein muss. Nun lernte ich eine neue Lektion: Weiterlesen

Glücksgefühle retard

Lichtermauer09.11.1989
Ich sitze in Spandau in einem Einfamilienhaus. Aus Lichterfelde bin ich zu einem guten Freund gefahren, um mich auszuweinen, denn für mich ist gerade (m)eine Welt eingestürzt: Meine langjährige Jugendliebe hat sich von mir getrennt und für mich, 23, ist das in diesem Moment der absolute Obergau. Denke ich doch damals noch, die Liebe meines Lebens zu verlieren, bin planlos, weil ich plötzlich aus der gemeinsamen Wohung raus muss, keine Perspektive sehe,  etc.

Mein guter Kumpel kann nicht viel sagen und ist etwas überfordert mit meinem -für mich untypischen- Verzweiflungsgehabe. Rias 1 erlöst uns: Die Mauer ist auf!, ertönt es aus dem Sender. Unser Gespräch stockt, meine Tränen versiegen schlagartig. Ungläubig schauen wir uns an. WOW. Wie bitte, das gibt’s ja gar nicht. Mein Trennungsschmerz ist vergessen, Großes steht an! Weiterlesen

Broken hearts

IMG-20141103-WA0006Will man sein Herz verschenken, braucht man nicht nur ein Objekt der Begierde, man muss heutzutage auch noch in einen Baumarkt gehen und ein Vorhängeschloss kaufen. Dieses dann gemeinsam und symbolisch mit dem oder der Liebsten an einen Pfosten oder Pfeiler, an ein Geländer oder eine Strebe oder was sich sonst auf einer Brücke findet, anketten. Ein schöner Brauch! Finde ich. Sehr romantisch und bezaubernd. Weiterlesen

Absprachen

Die Sache mit Nanna aus Kopenhagen lief sich an wie ein perfekter Einstieg ins Haustauschen. Als erstes wechselten wir für die weitere Kommunikation die Plattform und tauschten unsere privaten Email-Adressen aus. So flink und zuverlässig, wie ich generell auf Mails reagiere, antwortete auch sie. Wir klärten den genauen Zeitraum und versicherten uns gegenseitig, dass wir  ein Agreement haben und definitiv miteinander tauschen würden…mein Lieblingssatz im Haustausch-Thema wurde “ yes, you can rely on us…“. Weiterlesen

Die Wand

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Wer in Paris nicht durch     Montmartre läuft, fährt in NY wahrscheinlich nicht aufs Empire State Building, stellt sich in Barcelona nicht an, um die unfertige Sagrada Familia zu besichtigen und meidet den Flohmarkt am Mauerpark in Berlin.

Derjenige geht in der Tat den Touristenmassen aus dem Weg und vergeudet keine unnütze Zeit wartend vor Einlasstüren. Geld, Eintrittsgeld, spart er auch. Aber: hat man die Fähigkeit und Geduld, sich die unglaublich vielen Leute wegzudenken, die alle das gleiche sehen wollen wie man selbst, erliegt man überall dem Zauber dieser Orte, der sie ursprünglich mal zu den Touristenmagneten gemacht haben, die sie nun sind. Weiterlesen

Laotse

Wer nicht genügend vertraut, wird kein Vertrauen finden. (Laotse)

Gestern fuhr ich mit dem Zug von Dresden nach Berlin. In meinem Abteil saßen noch ein junger Mann und eine noch jüngere Frau. Sympathische Leute. Wir kannten uns alle nicht, aber die Zeit verflog wie im Flug, weil wir interessante Gespräche führten. Über steigende Immobilienpreise, Urlaubsziele und Hotelpreise kam es dazu, dass ich von unseren positiven Haustauscherfahrungen erzählte. Beide hörten mir sehr interessiert, aber auch etwas ungläubig zu. Für beide war es ein komisches Gefühl, zwischen persönlichen Sachen fremder Menschen zu sein und umgekehrt. Beide waren ängstlich, dass ihnen jemand etwas klaut oder zerstört. Weiterlesen