Unendliche Stille …

P1050058…zwischen den mächtigen Windböen, die das Stapfen durch kniehohen Schnee müßig machen. Aber der Schnee ist leicht, pudrig, die klirrende Kälte hat auch ihr Gutes. Dazu gelegentlich einige Sonnenstrahlen, die sich durch die schnell ziehenden Wolken durchmogeln und die weite Schneefläche in eine Glitzerwelt wandeln. Wow, was für ein Bild. Mittendrin das „Belvédère“, eine Installation von Gérard Starck. 1997 schuf der Künstler auf einer Anhöhe in dem 600 m hoch gelegenen Ort Le Hohwald in den Vogesen unübersehbar seine zwecklose Konstruktion.

Eigentlich kein Tag, keine Jahreszeit, um die Route d’Art contemporain abzufahren und sich auf schneebedeckten Passstraßen durch die Vogesen zu bewegen. Oder gerade doch. Weiterlesen

Sunday, bloody Sunday

ballhausDas Ballhaus ist in Berlin-Spandau eine legendäre Institution. Generationen haben dort ihre Jugend gelebt. Donnerstag war Ballhaus-Tag.

Laut, verraucht, voll. Schüler des Bezirks aller Couleur versammelten sich dort und machten jede Woche Party. Unser Credo war:

Wir sind frei, ungezwungen, überschreiten Grenzen, uns steht die Welt offen, liegt uns zu Füßen, alles ist möglich, erlebbar. Auch wenn jeder für sich ist, unterschiedliche Ziele und Ansichten hat, sich in unterschiedlichen Kreisen bewegt, beim Feiern sind wir eine Gemeinschaft.

Der Freitag war dann entsprechend lau, in der Schule kämpfte man noch mit den tauben Ohren, der kratzigen Kehle vom Anschreien und Alkohol und dem wenigen Schlaf, den man die Nacht zuvor hatte.

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Glücksgefühle retard

Lichtermauer09.11.1989
Ich sitze in Spandau in einem Einfamilienhaus. Aus Lichterfelde bin ich zu einem guten Freund gefahren, um mich auszuweinen, denn für mich ist gerade (m)eine Welt eingestürzt: Meine langjährige Jugendliebe hat sich von mir getrennt und für mich, 23, ist das in diesem Moment der absolute Obergau. Denke ich doch damals noch, die Liebe meines Lebens zu verlieren, bin planlos, weil ich plötzlich aus der gemeinsamen Wohung raus muss, keine Perspektive sehe,  etc.

Mein guter Kumpel kann nicht viel sagen und ist etwas überfordert mit meinem -für mich untypischen- Verzweiflungsgehabe. Rias 1 erlöst uns: Die Mauer ist auf!, ertönt es aus dem Sender. Unser Gespräch stockt, meine Tränen versiegen schlagartig. Ungläubig schauen wir uns an. WOW. Wie bitte, das gibt’s ja gar nicht. Mein Trennungsschmerz ist vergessen, Großes steht an! Weiterlesen