Absprachen

Die Sache mit Nanna aus Kopenhagen lief sich an wie ein perfekter Einstieg ins Haustauschen. Als erstes wechselten wir für die weitere Kommunikation die Plattform und tauschten unsere privaten Email-Adressen aus. So flink und zuverlässig, wie ich generell auf Mails reagiere, antwortete auch sie. Wir klärten den genauen Zeitraum und versicherten uns gegenseitig, dass wir  ein Agreement haben und definitiv miteinander tauschen würden…mein Lieblingssatz im Haustausch-Thema wurde “ yes, you can rely on us…“. Mitte Januar war dann alles arrangiert für den ersten Haustausch unseres Lebens. Sehr erfreulich, wir ergatterten dafür einen extrem günstigen Flug nach Kopenhagen. Über Ostern wollten wir nun fünf Tage im schönen Stadtteil Osterbro wohnen. Ich wollte Nanna und Andreas in Berlin in unserer Wohnung empfangen und ihnen alles zeigen. Ein gemeinsamer Kaffeee, dann würde ich die Wohnung verlassen und die letzte Nacht bei meiner Mutter verbringen, um von dort am nächsten Morgen zum Flughafen zu fahren.

Ich war zufrieden und hatte ein gutes Gefühl. Zugegeben, ich hatte parallel sehr intensiv das Internet nach Informationen über die beiden abgegrast und wurde zufriedenstellend fündig.  Es gab sie wirklich, Menschen aus Fleisch und Blut, die tatsächlich Jobs hatten und dort wohnten, wo das Wohnungsprofil angab. Ein bisschen kam ich mir wie ein Stalker vor, aber: man überlässt ja auch nicht jeden Tag wildfremden Menschen seine Wohnung, da ist Recherche legitim.

Mein Mann und ich feierten unser erstes Agreement und die Gelegenheit auf einen Urlaub in Zweisamkeit, unsere Kinder waren neidisch, dass sie die Ferien schon anderweitig verplant hatten und nicht mitkommen konnten.

Es trudelten weiterhin etliche Anfagen ein : wieder war Paris ganz stark vertreten, gefolgt von Mallorca, Rom war dabei,  Amsterdam, Island, Irland, andere Teile Frankreichs, Spanien…Angebote für unseren Sommerurlaub gab es genug, aber es passte immer irgendetwas nicht. Aber dann, ich hatte gerade zwei netten Damen aus Reykjavik abgesagt, erhielt ich eine positive Antwort auf eine meiner Anfragen. Diese war drei Wochen her…Südfrankreich….

Bonjour, enchanté, Platanenalleen, Zikaden-Gezirpe, Wochenmarkt, guter Wein, noch besseres Essen, Sonne, Wärme, flirrendes Licht…ein tolles, riesiges Haus, mit Terrasse, einem Garten mit Freisitz, Meerblick.. UND ein eigener Swimming-Pool! Endlich!!

Am Abend präsentierte ich meiner Familie das Profil. „Hammer“ sagte mein Sohn. „Und die wollen zu uns in unsere Wohnung?“ Berlin ist halt einfach eine Reise wert und unser Domizil nahe des Schloss Charlottenburg erstens ja keine Abrissbude und zweitens  immer für diejenigen interessant, die nicht unbedingt nach Prenzlberg, Kreuzkölln, Friedrichshain wollen.

Trotz Pool und allem Schnick-Schnack – einen Abstrich mussten wir machen. Eigentlich waren drei Wochen Ferien geplant, dort waren aber nur zwei Wochen möglich. Ich bekam trotzdem das Go, in konkrete Absprache zu gehen und schrieb Südfrankreich eine erfreute Email zurück. Diese Haustauscher waren , wie ich dem Profil entnahm, schon sehr erfahren. Das gab Zuversicht.

Und dann lernte ich die schnelle Reaktionszeit von Nanna aus Kopenhagen schätzen …los ging das große Warten auf Antwort von Lison aus Frankreich…Geduld war mal wieder angesagt.  Und Vertrauen, dass die Zusage ernst gemeint war…

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