Sei flexibel

Wir verbrachten den Jahreswechsel mit Freunden in Österreich. Sportlich, feucht-fröhlich, gesellig – fuhren eine Woche Ski in Flachau. Mieteten ganz traditionell eine Ferienwohnung, ohne Stress, ohne großen Aufwand, aber für viel Geld.

Wieder zu Hause ging ich das Projekt Haustausch nun erneut mit vollem Elan an. Allerdings auch leicht ernüchtert, denn ich musste feststellen: so, wie ich mir das vorgestellt hatte, funktionierte es nicht. Objekte mit Pool in Barcelona und auch Andalusien hatte ich zu einem großen Teil abgegrast und nur Absagen bekommen. Ich kam zu folgenden Erkenntnissen:  – Wer in einer großen Stadt lebt, will keinen zwei-, dreiwöchigen Urlaub in einer anderen großen Stadt. Ein verlängertes Wochenende wurde uns oft in Barcelona angeboten, aber wir wollten einen längeren Familienurlaub.
– Hausbesitzer genießen – wer kann es ihnen verdenken –  ihr Domizil in den schönen Sommermonaten selbst und planen Stadtbesichtigungen eher für Frühling oder Herbst.
– Der Zeitraum unseres Urlaubs schien nicht kompatibel mit den Schulferien der Spanier, so dass das Tauschen mit Familien schwierig war. Paare ohne Kinder widerum fahren verständlicherweise lieber außerhalb der Hauptsaison.
– Besitzer luxuriöser Objekte tauschen gern mit Gleichgestellten… Unser Dachgeschoss ist wunderschön, ich liebe es, es ist heimelig, großzügig, gemütlich, auch ein bißchen chic und stylisch – luxuriös ist es nicht.

Die wichtigsten Ratschläge der Haustauschportale sind: Sei flexibel, sei offen, steck deine Kriterien nicht zu eng…Bislang hatte ich dies ignoriert. Die nächsten drei Wochen verschickte ich wieder 23 Anfragen, davon nochmal sieben nach Spanien. Aber ich ergänzte die Ziele um Frankreich (8 Anfragen),  Italien (6), Portugal und Belgien (je 1 x). Pool und Zeitraum blieben als Kriterium.

„Dear Matt, Your apartment looks cosy and lovely – and we like the area – so perhaps you are up for an exchange in the eastern time? From for example 14 – 21 april? Our 100 square meter apartment in Copenhagen is very cosy with balcony and good area…“

Während ich noch auf meine Sommerurlaub-Antworten wartete, poppte diese nette Anfrage in mein Postfach. Ostern waren wir noch frei, hatten noch nichts geplant, wollten in der Tat einige Tage Urlaub machen. Und: Ostern waren wir sogar ohne Kinder. Auf die Idee, diesen Urlaub zu Zweit auch als Haustausch zu verleben, war ich bislang gar nicht gekommen. Kopenhagen stand -heute unerklärlicherweise- nicht auf meiner Liste der nächsten Stadtbesuche, aber, hey: sei offen, sei flexibel…

Ich zeigte meinem Mann das Profil, googelte ein bißchen über Kopenhagen und die Gegend, in der die Wohnung lag, und wunderte mich, dass ich bisher noch nicht das dringende Bedürfnis gespürt hatte, Kopenhagen zu besuchen.

Der beste Mann der Welt war wie immer offen für alles, was seine Frau glücklich macht und legte sein Schicksal vertrauensvoll in ihre Hände, die schwuppdiwupp und postwendend eine positive Antwort verschickten: „….Your apartment looks nice, you sound sympathic and Eastern at Copenhagen is a good option for us..We are interested in an exchange with you…“

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