Kein New York Cheesecake

20140911_101040Unser Hotel liegt zentral, direkt am L’Arc de Triomphe, wir checken spät ein, haben mächtig Hunger und Appetit und freuen uns auf ein Glas Wein. Schnell den Koffer ausgepackt und wieder los. Es ist noch angenehm warm am Abend, ganz anders als in Berlin, wo man bereits mit herbstlicher Frische umgehen muss.

Eigentlich wollen wir nicht weit laufen, aber die erste Brasserie auf unserer Straße sieht zu touristisch aus. Die zweite Bar ist überfüllt, dort nimmt eine Gruppe gerade den Aperitif, bevor sie dann wohl weiterzieht, das dritte Restaurant sieht chic aus, ist allerdings teuer…also laufen wir noch ein wenig weiter und gehen in eine der Seitenstraßen, wo es fast nur -jetzt – geschlossene- Geschäfte gibt, keine Restaurants. Gerade wollen wir umdrehen, als wir ein wares Kleinod entdecken: Das New York Cafe

Aufmerksam werden wir durch stylische Sessel an kleinen Tischen vor dem Restaurant, wir bleiben stehen, schauen auf die  Karte und sind irritiert von dem für uns nicht besonders passenden Namen des Restaurants. Welcher Tourist will schon New York in Paris? Die Karte sieht gut aus! Die Preise kaum zu glauben, das kann kein qualitativ hochwertiges Essen sein. Zwei andere Gäste, die draußen sitzen, schwärmen so sehr von der Küche, dass wir scherzhaft fragen, ob sie für ihr Werben bezahlt werden.

Wir setzen uns und erleben einen zauberhaften Abend. Ein fantastisches Essen, der Fisch ist hervorragend gegrillt, das Kartoffelpüree das beste, das ich jemals gegessen habe, das Gemüse schmeckt lecker. Der Wein ist gut, der ebenfalls Service . Es bedient die junge Chefin selbst. Ein Zwei-Mann-Betrieb, sie und der Koch, zumindest am Abend. Den Laden, ihr „Baby“,  hat sie erst drei Monate. Anfangs bot sie nur Mittagstisch an und die erste Woche kamen gerade mal 1, 3, 5 Leute, sie dachte schon, oje – das wird nichts. Aber auf einmal wurde es schlagartig lebendig, 30, 40 Essen am Tag. Nun hat sie zusätzlich auch abends geöffnet und auch das läuft richtig gut an, wie sie uns erzählt. Offenbar spricht sich die gute Qualität und das relativ günstige Preisniveau rum.

Sie ist voller Energie und Elan, genießt es, mit den Gästen zu plaudern und erzählt uns die Geschichte hinter dem -wie wir insgeheim finden- unpassenden Namen für dieses nette, kleine Restaurant, das auch im Innenbereich richtig ansprechend ist. Was wir hören, ist dann doch sehr banal und einfallslos: Der Laden hieß schon vorher so und war mal eine Sandwich-Bar.

Ein bißchen wundern wir uns, warum sie ihrem Baby keinen eigenen Namen gegeben hat, aber das ist auch egal. Es ist ein durchweg gelungenger Abend. Wir werden herzlich verabschiedet, gehen am nächsten Abend tatsächlich wieder hin, werden wie Freunde begrüßt und erleben erneut einen stimmigen Abend.

New York Cafe, 139, rue du Faubourg Saint-Honoré, 75008 Paris, 00153761831 (Anrufbeantworter gibts nicht, homepage auch nicht)

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